So beschleunigst du deinen RAM mit Übertaktung: Der Leitfaden zur Aktivierung von XMP und EXPO
Motherboards
Wenn du jedoch Hochleistungsspeicher gekauft hast, wie zum Beispiel ein Kingston FURY Kit, der werkseitig abgestimmt und getestet wurde, um mit höheren Geschwindigkeiten, niedrigeren Latenzen und höheren Spannungen als dem JEDEC-Industriestandard zu arbeiten, ist dein System wahrscheinlich noch nicht für diese höheren Geschwindigkeiten eingerichtet.
In diesem Artikel erklären wir einige speicherbezogene Begriffe, die du kennen solltest. Außerdem zeigen wir dir, wie du höhere Geschwindigkeiten für deinen Speicher aktivierst und was du tun kannst, wenn nach dem Herumspielen mit deinem BIOS nicht alles wie erwartet läuft!
Die Grundlagen: Wichtige Begriffe, die du kennen solltest
- RAM (Random Access Memory): Das ist der Kurzzeitspeicher deines PCs. Er ermöglicht deiner CPU, auf Daten zuzugreifen, die sie häufig benötigt – und das deutlich schneller als von deinen Speichergeräten.
- Speicherkanäle: Speicherkanäle definieren die Anzahl der Kommunikationspfade zwischen einem Prozessor und den installierten Speichermodulen. Wenn dein PC beispielsweise im Dual-Channel-Modus läuft, hat deine CPU zwei Pfade für den Zugriff auf deinen Speicher. Diese werden mit zwei identischen Speichermodulen kombiniert, um eine höhere Leistung und mehr Bandbreite zu ermöglichen.
- BIOS (Basic Input/Output System): Bezeichnet die inzwischen veraltete Firmware, die deine Hardware initialisiert und beim Einschalten deines PCs das Betriebssystem startet. Das BIOS-Menü kannst du aufrufen, indem du beim Einschalten des PCs eine bestimmte Taste drückst. Dort kannst du Einstellungen manuell anpassen sowie Funktionen aktivieren oder deaktivieren.
- UEFI (Unified Extensible Firmware Interface): Das ist der moderne Standard, der das BIOS ersetzt hat und schnellere Bootzeiten, die Unterstützung großer Speichermedien sowie verbesserte integrierte Sicherheitsfunktionen ermöglicht. Du wirst deshalb viele Diskussionen und Artikel sehen, die sich auf diese Schnittstelle als „BIOS“ beziehen. In den meisten nicht-technischen Fällen kannst du davon ausgehen, dass damit dasselbe gemeint ist.


Also, was bedeuten die Begriffe im Produktnamen? Sie verraten uns im Wesentlichen, dass dieses Kingston FURY Beast Kit aus zwei Speichermodulen mit jeweils 16 GB, einer Datenrate von 6000MT/s und einer CAS-Latenz von 30 zusammengesetzt ist. Schauen wir uns einige dieser Begriffe und weitere wichtige Angaben genauer an:
- „Geschwindigkeit“ oder Datenrate (MT/s): Die RAM-Geschwindigkeit wird in Megatransfers pro Sekunde (MT/s) gemessen und bezieht sich auf die Datenrate des Speichers. Sie gibt an, wie viele Millionen Datenpakete pro Sekunde maximal in den Speicher hinein und heraus übertragen werden können. Je höher die Übertragungsgeschwindigkeit, desto höher ist die Leistung.
- CL (CAS-Latenz): CL ist das erste von vier werkseitig voreingestellten Timings und wohl das wichtigste, weshalb es in der Teilenummer und Beschreibung erwähnt wird. Es gibt die Zeit in Taktzyklen an, die benötigt wird, um die Speicherdaten zu finden, auf die zugegriffen werden soll. Wenn du dir die Beschreibung des oben aufgeführten Kingston FURY Beast Kits ansiehst, findest du die Anzahl der Taktzyklen neben den Buchstaben „CL“. Je niedriger, desto besser, denn dadurch musst du weniger Zeit darauf warten, dass Daten vom RAM zum Prozessor zurückkehren. Für weitere Details kannst du gerne die Kingston-Website besuchen.
- OC (Übertaktung): OC bezeichnet Hardware, die mit einer höheren Geschwindigkeit, anderen Timings oder einer höheren Spannung als den „Standard“-JEDEC-Werten betrieben wird. Übertaktung ist nicht nur bei Speichermodulen möglich, sondern auch bei Prozessoren und Grafikkarten. Eine Übertaktung kann zu Instabilität führen. Deshalb solltest du einige Benchmarks und Gaming-Sessions durchführen, um sicherzustellen, dass dein System absolut stabil läuft.
- JEDEC-Standardgeschwindigkeiten: Die branchenüblichen Speichergeschwindigkeiten, Timings und Spannungen, mit denen dein RAM standardmäßig betrieben wird, wenn du ihn verwendest, ohne die werkseitig programmierten Übertaktungsprofile von Intel XMP oder AMD EXPO zu aktivieren. Wenn du also das oben genannte Kingston FURY Beast DDR5-Kit verwendest, läuft dein RAM standardmäßig mit einer JEDEC-Standardgeschwindigkeit, die davon abhängt, was dein Chipsatz und Prozessor unterstützen, und nicht mit der Übertaktungsgeschwindigkeit, den Timings und der Spannung, mit denen der Speicher betrieben werden kann.
- Intel XMP (eXtreme Memory Profile): Eine Intel-Technik, mit der du deinen Speicher mithilfe eines werkseitig voreingestellten Profils übertakten kannst. Damit lässt sich die Übertaktung mit nur einem Klick im BIOS aktivieren. Beim oben genannten Kit würde das bedeuten, die RAM-Geschwindigkeit auf 6000 MT/s einzustellen, mit niedrigeren Timings und höherer Spannung.
- AMD EXPO (Extended Profiles for Overclocking): Eine AMD-Technik, die dir eine Übertaktung mit nur einem Klick im BIOS ermöglicht und deinen Speicher mithilfe eines werkseitig voreingestellten Profils auf die beworbene Geschwindigkeit einstellt.
- DIMM (Dual In-Line Memory Module): Der technische Begriff für deinen RAM-„Riegel“, der in das Mainboard gesteckt wird. Jedes dieser Module wird als DIMM bezeichnet.
Wie aktivierst du XMP oder EXPO im BIOS (UEFI)?



Jenseits von XMP und EXPO: Noch mehr Leistung freischalten
Nachdem du XMP/EXPO aktiviert hast, läuft dein Speicher endlich mit den angegebenen Geschwindigkeiten. Wenn du möchtest, kannst du aber noch einen Schritt weitergehen. MSI hat Intel- und AMD-spezifische Optimierungen entwickelt, mit denen sich die Leistung mit nur wenigen Klicks weiter steigern lässt.
Was ist der Memory Extension Mode für Intel?
- Öffne dein MSI-BIOS, wie wir es oben beschrieben haben.
- Wechsle vom „EZ Mode“ zum „Advanced Mode“, um eine komplexere, aber leistungsfähigere Oberfläche aufzurufen.
- Gehe zur Seite „Overclocking“ und scrolle nach unten, bis du die Option „Memory Extension Mode“ findest.
- Wähle deinen gewünschten Modus aus und drücke F10, um deine Einstellungen zu speichern und den PC neu zu starten!
Was sind MSI Latency Killer und High-Efficiency Mode?

PC-Absturz nach XMP/EXPO: Was tun?
- Wenn sich die Lüfter deines PCs drehen und du siehst, dass er aufleuchtet, aber kein Bild erscheint, wartest du am besten einfach eine Weile. Das gilt besonders für AMD-Ryzen-Systeme.
- Wenn das Warten nicht hilft, ist es Zeit für die Fehlersuche.
- Gehe wie beim letzten Mal in dein BIOS (UEFI) und setze alle Einstellungen auf ihre Standardwerte zurück. Bei MSI-Mainboards kannst du dies mit der F6-Taste tun. Speichere anschließend alle Einstellungen und starte den PC mit der F10-Taste neu.
- Wenn dein PC mit den Standardeinstellungen einwandfrei startet, war die Übertaktung leider nicht stabil genug. Das kann von Zeit zu Zeit vorkommen, also gibt es keinen Grund zur Sorge.
- Um dies zu umgehen, kannst du die Memory-Try-It-Funktion auf MSI-Mainboards verwenden, um einige gängige Speicher-Timings auszuprobieren und zu überprüfen, ob dein Speicher mit einem davon stabil läuft. Du kannst die obigen Schritte wiederholen, wenn dein PC nicht startet.