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Mit der Einführung von AMDs Zen 3-Desktop-Prozessoren haben Kunden nun die Gelegenheit, unglaubliche viele Kerne sowie die schnellste Single-Core-Leistung in einer einzigen leistungsstarken CPU zu nutzen. Egal, ob du die neuesten AAA-Spiele für deine Zuschauer streamst, mit professionellen Anwendungen arbeitest oder Video-Material bearbeitest – die Zen 3 Prozessoren machen deine Arbeit schneller und effizienter.

Allerdings stellt die Standardleistung noch nicht das Maximum dar, das mit der neuen CPU möglich ist. In diesem Artikel werden wir dir dabei helfen, mit einer leichten Übertaktung das Beste aus deiner Ryzen-CPU herauszuholen.

Diese Anleitung zur Übertaktung bietet einen genaueren Einblick in die BIOS-Einstellungen, Empfehlungen und Tests zur Überprüfung einer stabilen Übertaktung einer AMD Ryzen 9 5900X-12-Core-CPU

Bevor wir beginnen, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass verschiedene CPUs desselben Typs, in diesem Fall eine 5900X, sehr unterschiedliche Übertaktungen erreichen können.


Ein kurzer Haftungsausschluss: Wir werden die Prozessoren über ihren empfohlenen Betriebsmodus und ihre Spezifikationen hinaus belasten. Motherboards und CPUs haben eingebaute Schutzmechanismen und schalten das System idealerweise ab, bevor ein Schaden entsteht. Obwohl wir uns uns an sichere Spezifikationen halten und das Befolgen dieser Anleitung somit sicher sein sollte, fährst du auf eigenes Risiko fort.


Denke bitte auch daran, dass die Übertaktung eine Feinabstimmung der CPU-Spannung (Vcore) erfordert. Eine zu hohe Vcore-Spannung kann die CPU (und sogar das Motherboard) irreparabel beschädigen. Bitte sei bei der Eingabe von Spannungswerten vorsichtig, da selbst eine Erhöhung um 0,5 V für eine CPU sehr viel ist. Wir wollen an dieser Stelle keine Rekorde aufstellen. Wenn du der Anleitung aufmerksam folgst, solltest du auf eine sichere Weise ähnliche Ergebnisse erreichen.


Die Hardware: Zusammenstellen der Teile
Die CPU: AMD Ryzen 9 5900X

AMDs Ryzen 9 5900X ist ein 12-Kern-, 24-Thread-Prozessor mit einem Grundtakt von 3,7 GHz und einem Turbotakt von 4,8 GHz. Außerdem verfügt er über 64 Megabyte L3-Cache und unterstützt offiziell DDR4 3200 MHz. AMD hat für die CPU eine TDP von 105 Watt angegeben – ein Hinweis darauf, dass es eine effektive Kühlung braucht, um die Thermik unter Kontrolle zu halten. Beeindruckende 24 PCIe-4.0-Lanes (die 4. Generation bietet die doppelte Geschwindigkeit der 3. Generation) sind direkt mit der CPU verbunden und ermöglichen eine hervorragende Erweiterbarkeit auf einem Mainstream-Sockel wie dem AM4.


Mainboard: MSI MEG B550 UNIFY-X

Um diesen Prozessor auf Touren zu bringen, benötigst du ein Motherboard mit AM4-Sockel und einem unterstützten Chipsatz. Wir haben uns für das MSI MEG B550 Unify-X entschieden. Das Motherboard verfügt über zwei 8-polige CPU-Stromanschlüsse, die in ein direktes 14+2-VRM-Design mit 90-A-Leistungsstufen einspeisen. So stellen wir sicher, dass die Stromversorgung das kleinste Problem beim Übertakten ist. Das B550 Unify-X hat außerdem nur zwei DDR4-Speichersteckplätze, um ein besseres Potenzial bei der Speicherübertaktung zu ermöglichen. Neben 4 PCIe-M.2-Steckplätzen, 2,5-GbE-LAN und WLAN 6 bietet das Motherboard auch einen internen USB-Typ-C-Anschluss, der für reichlich Hochgeschwindigkeits-Konnektivität und Speicherflexibilität sorgt.


Gehäuse: MPG SEKIRA 500G

Für diese Anleitung zur Übertaktung verwenden wir das PC-Gehäuse MPG SEKIRA 500G. Es verfügt über eine aufklappbare Hartglas-Seitenwand für einen einfachen Zugang zum PC-Innenleben und unterstützt außerdem eine AIO-Wasserkühlung mit bis zu 360 mm Durchmesser.


CPU-Kühler: MAG CORELIQUID 360R

Ein kräftiger AIO-CPU-Flüssigkeitskühler mit 360 mm Durchmesser, wie der MAG CORELIQUID 360R von MSI, ist eine ausgezeichnete Wahl für einen übertakteten 12-Kern-Prozessor wie den Ryzen 9 5900X. Wir wollen nicht, dass die Wärmeentwicklung ein Problem darstellt, also nehmen wir den absolut besten Kühler aus unserem Arsenal!


Netzteil: MSI MPG A850GF 850W

So wichtig die Kühlung für die Übertaktung ist, so wichtig ist auch die Stromversorgung. Eine unzureichende oder instabile Stromversorgung kann zu einem instabilen Übertaktungsergebnis führen. Wir nutzen das MPG A850GF, ausgestattet mit exzellenten 12-V-Schienen und 2 ATX-8-Pin-Anschlüssen. Es hat mehr als genug Reserven, um die gesamte benötigte Hardware zu versorgen.


Speicher, Grafikkarte, Festplatte: G.Skill Trident Z Royal 16 GB DDR4 3600 MHz-Speicher, NVIDIA RTX 2080 Super-Grafikkarte und Kingston A2000 PCI-E SSD-Festplatte

Um Ryzens „Infinity Fabric“-Sweet-Spot zu treffen, entscheiden wir uns für ein 3600-MHz-Speichersatz von G.Skill mit 16 GB (2x8 GB) Trident Z Royal DDR4.

Da wir uns bei dieser Übertaktung nicht auf die GPU-Leistung konzentrieren, verwenden wir eine „NVIDIA RTX 2080 Super“ als Grafikkarte. Eine „Kingston A2000 PCIe NVMe SSD“ sorgt zusätzlich für schnellere Bootvorgänge unseres Betriebssystems.


Ausgangsleistung

Bevor wir übertakten, ist es wichtig, die Leistung mit den Standardeinstellungen zu testen. Diese Leistungszahlen sind dann unsere Ausgangswerte, die mit den Übertaktungsergebnissen verglichen werden können.

Ausgangsleistung Cinebench R15: 3566
Baseline Cinebench R20: 8338
Ausgangsleistung Blender BMW-Render: 1 Minute 58 Sekunden
Ausgangsleistung Blender Classroom-Render: 5 Minuten 3 Sekunden

Cinebench ist ein beliebter CPU-Benchmark, der die CPU belastet, indem er jeden Kern eine Kachel rendern lässt und dann eine Punktzahl zuweist, die davon abhängt, wie schnell die gesamte Szene gerendert wurde. Sowohl die R15- als auch die R20-Punkte sollten bei unseren Übertaktungsergebnissen höher ausfallen. Im Gegensatz dazu wird das Rendern in Blender in „benötigter Zeit“ gemessen. Daher sollten die Ergebnisse mit Übertaktung niedriger sein als unsere Ausgangszeit.


Übertaktung des AMD Ryzen 9 5900X

Ändere immer zuerst deine CPU-Spannungs- und Taktwerte. Sobald du eine stabile Übertaktung erreicht hast, aktiviere XMP (Speicher-Übertaktungsprofil), damit dein RAM mit seiner Nenngeschwindigkeit läuft. Wenn dein PC bereits eingeschaltet ist, starte ihn neu und drücke vor dem Windows-Ladebildschirm die Entf-Taste, um ins BIOS zu gelangen. Sobald du im BIOS bist, solltest du einen Bildschirm wie diesen sehen:


CPU and DDR4 memory
Drücke nun die F7-Taste, um in die „Erweiterten Einstellungen“ zu gelangen. Oben links siehst du die Standardwerte für CPU und DDR4-Speicher.


Navigate to OC and go to CPU ratio
Klicke auf „OC“ und dann auf „CPU Ratio“. Lege den Wert auf 46 fest (in Ordnung, wenn er rot wird).


AMD Overclocking
Gehe als nächstes zu „Voltage Settings“ und setze „CPU Core Voltage“ auf „AMD Overclocking“. Gehe dann auf „Override CPU Core Voltage“. Gib hier (vorsichtig) 1.33 ein und drücke die Enter-Taste.


AMD Overclocking
Drücke jetzt die Escape-Taste, bis du wieder zum BIOS-Hauptbildschirm gelangst. Klicke jetzt auf „Hardware Monitor“. Durch die Übertaktung wird die CPU wärmer. Stelle also ein aggressives Lüfterprofil ein, um die Wärme des Kühlers schneller abzuführen. In unserem System sind die Gehäuselüfter mit dem System1-Header verbunden (überprüfe, mit welchem Header deine Lüfter verbunden sind).

Verwende DC im „Smart Fan“-Modus, wenn du Lüfter mit einem 3-poligen Anschluss nutzt.

Wenn du jedoch wie wir Lüfter mit 4-poligen Anschlüssen nutzt, verwende die PWM-Einstellung im „Smart Fan“-Modus. Als Nächstes wiederholen wir den gleichen Schritt mit den CORELIQUID 360R-Radiatorlüftern, die an CPU1 angeschlossen sind.


save config and reboot
Das war's! Drücke die F10-Taste und klicke auf „Yes“, um die Konfiguration zu speichern und neu zu starten.


Übertaktungsleistung

Überprüfen wir die Systemstabilität sowie die Leistungssteigerung, indem wir ein paar CPU-Tests durchführen. Wenn du bei einem dieser Benchmarks Stabilitätsprobleme hast, reduziere bitte die Taktfrequenz auf 4.5. Du kannst auch auf eigene Gefahr mit der Spannung bis auf 1.35 hoch gehen, aber wir empfehlen nicht, über diesen Wert hinaus zu gehen.

Übertaktung Cinebench R15 (Multi): 3885 (8,9 % Steigerung)
Übertaktung Cinebench R20 (Multi): 9007 (8,0 % Steigerung)
Übertaktung Blender BMW-Render: 1 Minute 50 Sekunden (6,77 % Steigerung)
Übertaktung Blender Classroom-Render: 4 Minuten 41 Sekunden (7,26 % Steigerung)
Insgesamt konnten wir bei CPU-intensiven Arbeitslasten einen Leistungszuwachs von ca. 7-8 % erzielen, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen.


Aktivieren von XMP und Übertakten des Speichers

Nachdem wir nun die CPU-Tests ohne Stabilitätsprobleme durchgeführt haben, können wir mit der Übertaktung des RAMs fortfahren. Gehe zu „DRAM Setting“ in „OC“ und ändere die Einstellung „A-XMP“ auf „Profile 1“ wie unten gezeigt.


save config and reboot
Dadurch sollte automatisch ein voreingestelltes Profil geladen werden, das deinen RAM mit 3600 MHz arbeiten lässt. Drücke erneut F10 und „Yes“, um die Einstellungen zu speichern.

Wenn du einen 3600-MHz-Speicher mit Ryzen verwendest, solltest du eine Leistungssteigerung bei Arbeitslasten bzw. Anwendungen und Spielen sehen können, die sensibel gegenüber Kernlatenz und Speichergeschwindigkeit sind. Bei unseren Tests haben wir eine Leistungssteigerung von 5-10 % festgestellt, wenn wir von 2666-MHz- auf 3600-MHz-Speichersätze wechseln.

Bei CPU-intensiven Arbeitslasten, die alle Kerne der CPU belasten, wie z. B. Blender und Cinebench, sollten sich die Ergebnisse auch bei aktiviertem A-XMP-Profil nicht so stark ändern. Wie vorhergesagt, lagen unsere Benchmark-Durchläufe innerhalb von 1 % unserer Übertaktungsleistungswerte – also innerhalb der Fehlertoleranz.


Prime95 für die Stabilitätsprüfung verwenden

Wir bevorzugen die Verwendung arbeitsintensiven Berechnungen wie Blender Classroom, um eventuelle Stabilitätsprobleme aufzudecken.

Obwohl Prime95 die CPU zusätzlich belastet, indem es CPU-intensive AVX-Anweisungen ausführt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Benutzer eine solche Arbeitslast im Alltag vorfinden werden. Wenn du Übertaktungen basierend auf stabilen Läufen von Prime95 festlegst, könnte es sein, dass du Leistung verschenkst. Das nur als kleine Anmerkung!


Kann ich mit dieser Anleitung jeden AMD Ryzen 5000-Prozessor übertakten?

Ja! Aber mit ein paar Anpassungen und Bedingungen. Alle Ryzen-Prozessoren haben unterschiedliche Turbotakte, so dass eine Übertaktung von 4,6 GHz auf einem 5900X funktionieren könnte, aber nicht auf einem 5800X. Bitte versuche, die CPU-Taktrate langsam zu senken und führe die Cinebench- und Blender-Tests durch, um eine stabile Übertaktung zu erreichen, wenn die obigen Einstellungen nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Um mit Hilfe dieser Anleitung eine Übertaktung zu erreichen, benötigst du außerdem Folgendes:
- Eine beliebige AMD Ryzen 5000-CPU (andere Ryzen-CPUs würden ebenfalls auf die gleiche Weise übertakten, aber sie benötigen möglicherweise ganz andere Taktverhältnisse und/oder Vcore-Werte)
- Ein X570- oder B550-Motherboard (X470- und B450- Motherboards unterstützen ebenfalls die Übertaktung von Ryzen 5000-CPUs).
- Ein ordentlicher AIO-Flüssigkeitskühler mit 360 mm Durchmesser für die CPU, damit du genügend thermische Reserven hast.


Das ist alles!
Welche Übertaktung hast du mit deinem Ryzen 9 5900X erreicht? Schreibe einen Kommentar und lass es uns wissen. Temperaturen, Frequenz, Spannungen, etc. – mit allen Details, bitte!